Ringversuche
Qualitätssicherungs-Initiative "QuIP" der Deutschen Gesellschaft für Pathologie und des Bundesverband Deutscher Pathologen zur diagnostischen Immunhistochemie und Molekularpathologie
Die Ansprüche an die Immunhistochemie werden zunehmen, da immer mehr therapeutische Zielmoleküle identifiziert werden (u.a. ER/PR, HER2, CD117, CD20 etc.) deren Nachweis und Quantitätsabschätzung in komplexen Geweben sinnvoll nur kombiniert histopathologisch/immunhistologisch erfolgen kann. Die quantitative oder zumindest semiquantitative Dimension erfordert eine Standardisierung, die Reproduzierbarkeit auch bei dezentraler Bestimmung gewährleistet. Molekularpathologische Verfahren nehmen in gleicher Weise an Bedeutung zu und erfordern hinsichtlich Standardisierung und Reproduzierbarkeit ähnliche Qualitätsvoraussetzungen.
Um reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen, sind zwei Formen der Kontrolle sinnvoll. Eine Kontrolle besteht in dem Mitführen Labor-interner Positiv- und Negativproben. Die zweite besteht in der regelmäßigen Teilnahme an Ringversuchen, also einer Labor-externen Kontrolle.
Für die regelmäßige Durchführung von Ringversuchen bedarf es einer Infrastruktur, die in der Pathologie bisher nicht besteht. Zwar wurden immunhistochemische und molekularpathologische Ringversuche organisiert und durchgeführt, womit deren prinzipielle Durchführbarkeit gezeigt aber noch keine Lösung für die Verstetigung gefunden wurde. Der in den bisherigen Ringversuchen durch eine Institution zu leistende Aufwand ist zu groß, um eine Dauerlösung darzustellen. Beim letzten immunhistochemischen Ringversuch Mamma mussten in einer einzigen Institution (Hannover) allein 24.000 Färbungen reevaluiert werden, abgesehen von den erheblichen logistischen Herausforderungen des Probenversandes.
Um die Ringversuche zu institutionalisieren, haben DGP und BDP gemeinsam Referenzinstitutionen für verschiedene Untersuchungen ausgeschrieben (Ausschreibungstext Ringversuche) und widerruflich für eine Dauer von 3 Jahren jeweils ein Panel von 2-3 Referenzinstituten mit der Durchführung von Ringversuchen beauftragt. Diese legen untereinander einen Proben-Pool fest. Aus dem jeweiligen Proben-Pool, der mit einer bestimmten Periodizität erneuert wird, können Ringversuchsteilnehmende bei dem Referenzlabor ihrer Wahl regelmäßig Untersuchungsmaterial anfordern, die Bestimmung durchführen und ihre Resultate den Eichmessungen gegenüber stellen. Anforderungen an mögliche Referenzlabors waren:
• Ausreichende Frequenz an eigenen Untersuchungen
• Wissenschaftliches Vorarbeiten
Neue Ringversuche
Zu Beginn des Jahres 2010 startet der Ringversuch zur Qualitätssicherung der immunhistochemischen Bestimmung des Her2-Rezeptors beim Magenkarzinom.
Als erster Schritt zu einer Standardisierung ist Anfang des Jahres 2010 erstmalig ein Ringversuch zur Reproduzierbarkeit des Ki-67-Index gestartet
Aktualisiert (Freitag, den 03. September 2010 um 12:13 Uhr)